JavaScript-Track auf der FrOSCon
Auf der FrOSCon gab es dieses Jahr zum ersten Mal einen eigenen JavaScript-Track. Neben dem PHP-Pogramm macht das die Konferenz auch für Webentwickler immer interessanter, es gibt gute Vorträge, ein gutes Rahmenprogramm, Aussteller, ein schönes Social Event - und das alles vergleichslos günstig für ein paar Euro (ok, die FOSDEM kostet gar keinen Eintritt, ist aber in Brüssel...). Ist meines Erachtens echt empfehlenswert.
Ich hatte interessante Gespräche mit: Andrew Betts, Inhaber und Chefentwickler bei Assanka, die die vor zwei Monaten gelaunchte HTML5 Web App für die Financial Times (FT) gebaut haben. Die App ging durch die Presse, weil sie die erste voll HTML5-basierte Website eines Publishers ist. FT vermied damit die Probleme einfach, die es mit Apple im Appstore gibt, was eine interessante strategische Entscheidung war. In seinem Talk berichtete Betts, welche Hürden technisch und von der UX her genommen werden mussten, um dem User ein intuitives, voll zufriedenstellendes Medienerlebnis zu ermöglichen. Betts steht klar auf der Seite derer, die webbasierte (HTML5)Apps gegenüber nativen Apps im Vorteil sehen. Tatsächlich liefert FT an alle Geräte dieselbe Codebasis aus, clientseitig wird dann, je nach Viewport, angepasst, welcher Content sichtbar ist. Es gibt nach wie vor (auch im Publikum des Talks) Kritiker, die sagen, man könne native Apps schneller entwickeln, weil man sich nicht mit Browserproblemen rumschlagen müsse usw. Betts meint jedoch, wenn man sich z.B. leisten kann, auf Legacy Browser zu verzichten, ist man mit HTML5 deutlich unabhängiger und kann sich darauf verlassen, dass gerade die Mobile Browser sehr schnell nachziehen werden, was Innovation betrifft. Man geht also beinah automatisch in Richtung Plattformvereinheitlichung, was bei den 4++ wichtigen nativen Plattformen sicher nicht so ist. ;)
Auch interessant war das Gespräch mit Robin Mehner, der den JavaScript-Track für die FrOSCon organisiert hat. (Ich konnte kaum Vorträge anschauen, weil ich keine Zeit hatte, was sehr schade war.) Mehner ist zentrales Mitglied der JavaScript-UG Berlin und u.a. Veranstalter der Reject.JS in Berlin. Eine extrem coole Idee: Weil die JSconf EU über 100 eingereichte Talks ablehnen musste, findet zwei Tage vorher ein eintägiges Event mit circa 150 Teilnehmern statt, auf dem die (sicher auch hervorragenden!) abgelehnten Talks ein Forum bekommen: Reject.JS. Selbst wenn man nicht auf die Jsconf EU fährt, ist das fast ein Must-See, und das für 5 oder 10 Tacken Eintritt.
Alles in allem war die FrOSCon, wie schon die Jahre zuvor, eine rundrum gelungene Veranstaltung, St. Augustin bei Bonn ist zwar vielleicht nicht der nächste Weg für alle, wenn sie aber nächstes Jahr wieder einen JS-Track machen, bin ich dabei.