JavaScript Konferenz JSconfEU 2011 - ein Bericht
Am Wochenende war in Berlin die europäische JavaScript-Konferenz, die JSConf EU. Ich war schon auf vielen Konferenzen, aber ich muss sagen, das war das geilste Event, auf dem ich bisher war. Der Grund: Die Community-Stimmung. Es ist oft und allerortens die Rede von "Familie", auf BarCamps bis hin zu Microsoft-Events - was die Stimmung und den Umgang miteinander betraf, war die JSConf aber wirklich familiär, wirklich etwas Besonderes. Und das bei weit über 300 Teilnehmern aus - tatsächlich - der ganzen Welt.
Dass die Talks ausgezeichnetes Niveau hatten (weswegen ich teils nichts verstand ;), die Location toll war, das Essen super und die Party am Samstag ein Traum, versteht sich von selbst. Sehr cool fand ich auch die Dauer-Performance, bei der Anna Lena Schiller die Talks grafisch nachvollzog (die Poster wird es lt. Veranstalter später als Hi-Res-Print geben). Meine 5 persönlichen Highlights im Folgenden, und diese Auswahl ist wirklich sehr persönlich.
1. JavaScript, Motherfucker, do you speak it! Ich kannte das T-Shirt schon, auch das werbewirksame Foto, auf dem Douglas Crockford es trägt, aber ich find es immer wieder herrlich, wenn es mir begegnet. Auf der Konf lernte ich Pierre Spring kennen, Urheber und Hersteller, ein herrlicher Typ - Entrepreneur und u.a. Gründer der JS UG Zürich. Er und das T-Shirt haben es echt verdient, leider ist die Schweiz so teuer, dass die Bestellung nach DE nicht grad umsonst ist, aber trotzdem, go ahead, die Sache ist Instant-Kult (hier kommt der Spruch her btw), ein Must Have für den JS Nerd (zum Shop, ich krieg keine Provision!;p).
2. Jed Schmidts Talk über JS Golfing. Ich hatte Jed Schmidt noch nie gehört, er ist ein extrem guter Redner, charismatisch, intelligent, witzig, souverän. Das Projekt 140byt.es ist nicht neu, aber wie und was er vortrug, war super. Ich sprach später mit Martin Kleppe von Ubilabs, der die Nummer 2 in Jets Top-5-Liste von 140-byte-Snippets war (Game of Life), und er bestätigte, man lerne extrem viel durch die Beschränkung, die die 140-Bytes-Regel auferlegt, nicht nur über JS, sondern auch über strukturiertes Vorgehen und Optimierung.
3. The Russian! Die Aktion, die die Leute von Uxebu statt eines Talks veranstalteten: Ein Arduino-gesteuertes Gerät, das aus vier stark alkoholischen Flüssigkeiten einen (grauenhaften) Drink mixt. Der jeweilige Sieger eines 1on1-JavaScript-Battles konnte dem Verlierer per Hex-Code eine möglichst diabolische Mischung bereitstellen, der musste dann trinken. War eine Stunde reiner Spaß!
4. Die Brendan-Mandy-T-Shirt-Story. Es war so: Vor dem allerersten Talk kam eine junge attraktive Amerikanerin im 50s-Stil auf die Bühne und meinte, sie wolle nur schnell verkünden, sie sei ein solch großer Brendan-Eich-Fan und liebe JS usw. Dann begann sie zu singen, einen JavaScript-Song und Loblied auf Brendan (natürlich war sie engagiert). Am Abend zu seinem Talk hatte sich Brendan Eich dann mit Tape auf sein T-Shirt ein "Mandy Fanclub" geklebt. Dieses T-Shirt wurde tags darauf, zum Ende der Konf, spontan versteigert zugunsten eines sozialen Projekts, und es ging für 1500 Euro unter den Hammer. Geile Geschichte.
5. Die Abschluss-Kennote von Chris Williams. Er hatte im Jahr zuvor schon eine legendäre, mitreißende Rede gehalten und er blieb 2011 nichts schuldig. Der Ton war kritischer als 2010, er rief auf zu einer positiven, konstruktiven Haltung in der JS-Community, egal ob zu anderen Sprachen, neuen Sprachen (Dart), Trolls oder der Zusammenarbeit insgesamt, z.B, im MDN. Der Talk ist schwer zusammenzufassen, weil seine intensive Wirkung vor allem von Chris Williams' starker, mitreißender Emotionalität und seiner beeindruckenden Ehrlichkeit und Authentizität ausging. What would you do if you knew you could not fail? Stehende Ovationen, sag ich nur. Ganz großartig.
Abschließend sei gesagt, dass es für Bela Varga und mich ein besonderes Extra-Highlight gab: Fabian Jakobs von Ajax.org/Cloud9 hatte angeregt, dass wir unser neues JavaScript-Magazin Mag.js kurz im Plenum vorstellen und die Veranstalter - Malte Ubl, Jan Lehnardt, Holger Blank - waren einverstanden, vielen Dank noch mal dafür!
Also: Wer sich für JavaScript (auch HTML5, Node.js usw.) interessiert, der muss beinah auf die JSConf, eine inspirierende, spaßige Konferenz. Es ist nicht leicht, eines der knappen Tickets zu kriegen, aber ich sags noch mal: Fahrt hin, geile Sache.