InsideAR – Die Augmented Reality Konferenz
Für die t3n habe ich heute einen Bericht über die Konferenz InsideAR geschrieben, der fünf Gründe nennt, warum AR vielleicht wirklich the next big thing wird, der aber einige meiner weniger opportunen Meinungen verheimlicht, zum Beispiel, dass ich AR für Printmedien blödsinnig finde. Es gibt mehrere AR-Beispielfälle, die in Deutschland für Aufsehen gesorgt haben und dementsprechend auf der Konferenz gefeatured wurden, die ich jedoch nicht im Artikel verwenden wollte. Und zwar, weil ich sie (a) nicht für Augmented Reality halte oder (b) doof finde. Sorry. Die vielzitierte Galileo-Sendung, in der man live einen Quiz machen konnte, wenn man das Smartphone über das Fernsehbild hielt, mag ja innovativ gewesen sein, aber das war m.E. bestenfalls Augmented TV Watching, aber doch nicht Augmented Reality? Ich bin altmodisch, ich finde: Fernseher ist nicht Realität. Es macht mir ein bisschen Angst, wenn andere das nicht so sehen. Mit dem iPad auszugleichen, dass Fernseher heute noch keinen Touchscreen haben, das reicht an Innovationsstärke ungefähr bis ins nächste Jahr.
Und dann die Print-Medien: die berühmte SZ-Magazin-Ausgabe, die Zeitschrift Welt der Wunder, die allerlei 3D-Modelle im Smartphone bietet, der Stern... Ich verstehe Konzept und Strategie hinter diesen Aktionen nicht, die halbtote Printmedienwelt versucht, über AR-Applikationen einen Added Value mit Futurismuseffekt zu bieten,
schön. Mir erschließt sich aber nicht, wozu ich das Printmagazin dann überhaupt noch brauche? Meine Meinung, ganz einfach: Ich brauche es nicht. Das bisschen an Info, das im Heft steht, lässt sich hervorragend webbasiert oder in einer App abbilden, das Geschäftsmodell bedruckten Papiers retten zu wollen, indem man über Mobile Devices Begleitmaterial anbietet, halte ich für völlig absurd. Und zum sang- und klanglosen Untergang verurteilt. Papier hat gegenüber Tablets & Co. einige echte, schöne Vorteile, man spielt sie nicht aus, indem man Tablets & Co. zur Bedingung des vollständigen Magazinerlebnisses macht.
Insgesamt fand ich die InsideAR-Konferenz sehr spannend, je besser (v.a. mobile) Geräte werden, desto tauglicher und alltäglicher werden die AR-Anwendungen. metaio, der Konferenzveranstalter, behauptet, 2014 wird AR auf jedem Smartphone angekommen sein. Am wirkungsvollsten finde ich heutzutage edukative Ansätze, weil man etwa im Museum Muße und Ruhe hat, sich mit dem AR-Layer zu beschäftigen. Und Kunstprojekte, weil Künstler, wie bei der Art Invasion im New Yorker MoMA oder beim 9/11-Memorial-Projekt 110 Stories, AR in einer
Funktion verwenden, die im Gesamtkontext sinnvoll ist, nicht als
Selbstzweck. Das zeigt auch einen soziotechnischen Aspekt: Augmented Reality macht es möglich, öffentliche Räume (zurück) zu erobern. Da kommt noch einiges an Guerilla-Kunst/Marketing/Öffentlichkeit auf uns zu.
Augmented Reality im Museum